MAGDALENE - 100 Jahre innovative Musik

Samstag, 30. Oktober, 19 Uhr | Pauluskirche Bad Kreuznach

Landesjugendposaunenchor Rheinland | LMD Jörg Häusler

Orgel | Kreiskantorin Carla Braun

Posaunenensemble | LPW i.R. Traugott Baur

Moderation | Friedemann Schmidt Eggert

Als am 25. Juli 1921 die kleine Magdalena in Essen zur Welt kommt, befinden sich Deutschland und Europa nach dem verheerenden Weltkrieg noch in einer tiefen Krise. Doch innerhalb von wenigen Jahren fand ein nie da gewesener wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung statt. Die Folge war eine Blütezeit der Kunst, Kultur und der Wissenschaft. Aber schon 1929, da war Magdalena gerade acht Jahre alt, traf eine Wirtschaftskrise jede Familie hart. 

Von diesem Wechselspiel, den Unsicherheiten aber auch der Erfahrung, dass die Welt sich immer wieder ändern kann, wird die kleine Magdalena von Kindesbeinen an geprägt. Die nüchterne Ästhetik des Bauhauses und die neue Sachlichkeit prägen nach dem wilhelminischen Pomp das alltägliche Leben. Magdalena erlebt in diesen Jahren die Emanzipationsbewegungen der Frauen, die Befreiung der Kunst von den akademischen Fesseln und viele technische Revolutionen. Mit dem neuen Medium „Film“ setzt ein Kino-Boom ein, anfangs werden Stummfilme noch mit Live-Musik begleitet, doch rasch kommt der Tonfilm mit seinen Stars dazu. Rundfunkgeräte erobern die Haushalte und prägen den Alltag. Entscheidend aber war der Siegeszug der Schallplatte, der zu jeder Zeit alle Musikstücke und Stile verfügbar machte. Damit änderte sich nicht nur der Musikkonsum, sondern auch die Bandbreite und die Kenntnisse. Internationale Künstler:innen, verschiedenste Musikstile werden unmittelbar erlebbar. Nicht zuletzt kommen der Jazz und der Swing aus Amerika und feiern in den goldenen zwanziger Jahren kurze, intensive Triumphe in Europa, bis die Nazis all das wieder verbieten. Trotz der schwierigen Umstände macht sich Magdalena auf, Kirchenmusikerin zu werden. Nach dem Krieg tritt sie, um Geld zu verdienen, heimlich in Jazzkellern auf und macht so noch einmal ganz neue Erfahrungen. Sie schließt ihre Ausbildungen ab, nimmt erste Stellen an und brilliert an der Orgel mit modernen, zeitgenössischen Werken. Das Komponieren wird nun zur ihrer Leidenschaft. Trotz der Rolle als Mutter und Pfarrfrau bleibt sie dieser Aufgabe bis ins hohe Alter treu. Ihre Liebe zum Kirchentag führte sie schließlich zu den Posaunenchören, die sie mit ihren Kompositionen an die Moderne heranführt. Unter den Profis erfährt sie dafür viel Anerkennung, die Laien tun sich mit ihrer Musik zuweilen schwer, weil sie nicht gefällig, sondern oft schwer zu spielen und vor allem sehr tiefsinnig ist. 

Bis ins hohe Alter besucht sie Workshops und Posaunentage. Sie behielt stets ihren Humor, der von einer wundervollen Bescheidenheit geprägt war, bei, was sie zu einem allseits begehrten Gast machte. 

Zum 100. Geburtstag möchten wir die Brandbreite dieser Ausnahmekünstlerin zeigen und mit dazu beitragen, dass sie und ihre Werke wieder mehr gespielt werden und so vor dem Vergessen bewahrt werden. Magdalena Schauss-Flake ist Pionierung und zugleich eine Chronistin der Nachkriegsjahre. Die Auseinandersetzung mit ihrem Werk zeigt viele Facetten des Glaubens und bringt Zuhörer:innen wie Musizierende zum Nachdenken. 

Konzert am Ewigkeitssonntag: Camille Saint-Saens' Requiem op. 54

Sonntag, 21. November 2021, 17 Uhr | Pauluskirche

Kantorei an der Pauluskirche
Maren Schwier | Sopran
Regina Pätzer | Alt
Thomas Jakobs | Tenor
Marcel Brunner | Bass
Thilo Ratai | Orgel
Kammerphilharmonie Mannheim
Carla Braun | Leitung

Zu Camille Saint-Saens’ 100. Todestag konzertiert am 21. November 2021 um 17 Uhr in der Pauluskirche Bad Kreuznach die Kantorei an der Pauluskirche, VokalsolistInnen und die Kammerphilharmonie Mannheim mit seinem Requiem op. 54. Das Werk ist mit ursprünglich vier Harfen, zwei Orgeln und großem Bläserchor eigentlich kaum aufführbar. Im Konzert wird es in einer kleineren, aber nicht weniger klangvollen Bearbeitung erklingen. Der impressionistischen Klangsprache Saint-Saens’ und der Kirchenjahreszeit angepasst, ergänzen Arvo Pärts Annum per Annum für Orgel solo und Peteris Vasks Dona Nobis Pacem für Chor und Streichorchester das Programm.

Es gilt derzeit die 2G+-Regel. 

Veranstalter: Ev. Kirchengemeinden Bad Kreuznach
Tickets über die üblichen VVK-Stellen von Ticket-Regional und über www.ticket-regional.de für 25/20/15 Euro (20/15/8 Euro ermäßigt) zzgl. Vorverkaufsgebühr und an der Abendkasse.